Giacomo Leopardi
Dialogo della Terra e della Luna (1827)

Giacomo Leopardi, geboren am 29. Juni 1798 in Recanati in den Marken und nach Lebensstationen in Rom und Florenz mit nur 38 Jahren am 14. Juni 1837 in Neapel gestorben, gehört mit Alessandro Manzoni zu den berühmtesten italienischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Unter seinen 1827 veröffentlichten Operette morali (»Kleine moralische Dichtungen«) findet sich ein Dialogo della Terra e della Luna (»Zwiegespräch zwischen der Erde und dem Mond«), entstanden im April 1824.

Die Erde, die nun seit langer Zeit Seite an Seite mit dem Mond durch die Stille des Weltalls gekreist ist, beginnt aus Langeweile ein Gespräch mit ihrem Begleiter (oder besser: mit ihrer Begleiterin – der Mond (la luna) ist im Italienischen weiblich). Im Verlauf dieser Unterredung wird schnell klar, dass nicht nur Pythagoras mit seiner Lehre von der Sphärenharmonie falsch lag, sondern dass sich die Menschheit insgesamt in keinem guten Zustand befindet. Zwar geloben die Menschen für die Zukunft Besserung, doch selbst der Mond scheint diesen Versprechungen keinen Glauben zu schenken. Das Zwiegespräch drückt damit den Pessimismus aus, der für Leopardi und sein Werk so typisch ist: Die Natur hat eine negative oder bestenfalls noch indifferente »Haltung« gegenüber dem Menschen. Das Lachen über den zunächst so humorvoll daherkommenden, sich dann aber als hoch ironisch entpuppenden kleinen Text bleibt nicht zuletzt auch dem heutigen Leser in Zeiten von Kriegen, Ressourcenausbeutung und Klimawandel im Halse stecken.

Zu Luigi Pirandello, Il marito di mia moglie (1924).